Dämmstoff-Stapel aus Mineralwolle
Siegel: Ökofreundliche Glas- und Steinwolle

So setzen Sie die Dämmung von Rohrleitungen optimal um (Teil 2)

Mit dem Dämmen von Heizungs-, Warm- und Kaltwasserleitungen machen Sie einen großen Schritt zu mehr Energieeffizienz, Wohnkomfort und Wohnsicherheit. Wie Sie Rohrleitungen optimal dämmen, lesen Sie hier!

Eine gut gedämmte Leitung erkennen Sie auf den ersten Blick! Das Rohr muss von der Dämmung fest und nahtlos umschlossen, eine vorhandene Ummantelung muss unbeschädigt sein. Ist die Dämmung dagegen von Rissen oder Dellen durchzogen, sollte die Rohrdämmung repariert oder sogar völlig ausgetauscht werden. In manchen Fällen ist eine komplette Erneuerung der Rohrdämmung sogar einfacher und zeitsparender.

Dämmen von eng gebogenen Leitungen

Beginnen Sie die Verlegung der Dämmschalen in den Bögen. Leitungsbögen mit einem kleinen Radius dämmen Sie mit zwei Rohrschalen, die auf Gehrung zusammenstoßen. Dafür zerteilen Sie die Schale mit einem 45 Grad-Winkel (für 90 Grad-Bögen) oder mit einem 22,5 Grad-Winkel (für 45 Grad-Bögen). Beim Zuschnitt ist es wichtig, die Lage der Schalennaht zu beachten. Denn diese sollte gut zugänglich sein, wenn die Schale an der Leitung montiert ist. Das erleichtert Ihnen den sauberen Verschluss entlang der Naht. Platzieren Sie die Schale also beim Zuschnitt in der Gehrungslade so, dass ihre Naht später nach vorne oder oben zeigt, bzw. bei Rohren an der Decke nach unten oder zur Seite.

Alternativ können Sie den Schnitt auch mit einem Lineal umsetzen. Zeichnen Sie ein rechtwinkliges Dreieck, dessen zwei kurze Seiten entlang und quer zur Schale verlaufen. Die dritte, lange Dreiecksseite ergibt die Schnittlinie. Für 90 Grad gebogene Leitungen sind dabei die kurzen Dreiecksseiten gleich lang und entsprechen dem Durchmesser der Rohrschale. Bei 45 Grad gebogenen Leitungen ist die Dreiecksseite, die längs zur Schale verläuft, nur halb so lang wie die zweite kurze Dreiecksseite. Sie entspricht also dem Radius der Schale. So entsteht ein schiefwinkeliges Dreieck. Auch hier ist die lange Seite des Dreiecks die Schnittlinie. Nun können Sie die zugeschnittenen Schalenstücke auf den Rohrbogen klappen und zusammenschieben.

Dämmen von weit gebogenen Leitungen

Für Bögen mit etwas größerem Radius gehen Sie wie folgt vor: Schneiden Sie zwei 30 Grad spitze Keile aus der Rohrschale. Die Keile sollten dabei etwa in der Mitte der Schale und die Keilspitzen gegenüber der Längsnaht liegen. An ihrer Grundseite brauchen die Keilausschnitte einen ca. 1 cm großen Abstand zueinander. Wenn Sie nun die Schale über die Leitung ziehen, können Sie sie an den Keilen zusammendrücken und mit dem Leitungsverlauf biegen. Die Längsnaht der Schale liegt dabei auf der Kurveninnenseite.

Dämmen von Leitungskreuzungen

Bei T-förmigen Leitungskreuzungen schneiden Sie ein rechtwinkliges Dreieck aus der Rohrschale. Die Grundseite soll auf der Schalennaht liegen, die Spitze in der Schalenmitte. Das Gegenstück schrägen Sie mit zwei 45 Grad-Schnitten ab und geben ihm so eine Dreieckspitze. Die Längsnaht muss beim Zuschnitt nach oben zeigen, so dass sie axial in die Spitze läuft. So wird das Verschließen des Stoßes vereinfacht. Dann können Sie die beiden Schalenzuschnitte über die Leitung ziehen und passgenau zusammenfügen.

Dämmen von geraden Leitungen

Die geraden Leitungsabschnitte dämmen Sie indem Sie von den Bögen und Leitungskreuzungen ausgehen. Achten Sie besonders auf lückenlose Stöße zwischen den Schalen und an den Nähten. Damit sich keine Luftkanäle im Schaleninnern bilden können müssen die Schalen die Leitung eng umschließen. Bei Rohraufhängungen planen Sie am besten einen Stoß von zwei Schalen. Schneiden Sie eine kleine Nut als Aussparung in eine der beiden Dämmschalen. So lassen sich die Schalen akkurat und luftdicht direkt an der Aufhängung verbinden. Ohne Nut würden die Dämmschalen an der Aufhängung knautschen und am Stoß unerwünschte Luftschlitze bilden. Die Hersteller bieten fertige Dämmringe aus Mineralwolle mit äußerer Befestigungsschelle an. Damit lässt sich die Rohraufhängung einfach und frei von möglichen Wärmebrücken umsetzen.

Dämmen von Armaturen und Ventilen

Auch Pumpen, Armaturen, Ventile und andere Bauteile des Leitungssystems wollen gedämmt werden. Denn ein ungedämmtes Ventil hat einen Wärmeverlust, der etwa einer drei Meter langen, ungedämmten Leitung entspricht. Für Sonderbauteile gibt es schon vorgefertigte Dämmschalen, oft wird jedoch ein individueller Zuschnitt gebraucht. Mit Mineralwollematten, die flexibel sind, können Sie jede Sonderform dämmen. Wichtig ist hier das passgenaue Schneiden. Vermeiden Sie Lufträume bei den Stößen und beim Anschluss der Schalen an die Leitungen.

Die sichere Befestigung von Dämmschalen

Laut ÖNORM B 2260 müssen Sie das gedämmte Leitungssystem sechs mal pro Meter mit einem Bindedraht fest umwickeln. Sie können die gedämmten Leitungen auch zusätzlich mit einer Ummantelung wie Blech oder Kunststoff versehen und so vor Stößen und Kratzern schützen.

Lesen Sie in Teil 1, warum das Dämmen von Rohrleitungen so wichtig ist.

Skizzen: Rockwool, Fotos: Knauf Insulation

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